Matjesland in welcher Hand?

Liebe Matjesfreunde, in keinem anderen Landstrich wird der jungfräuliche Matjes mehr geschätzt als wie in Norddeutschland. Wir Nordlichter sind schließlich seit Jahrhunderten mit dem Hering und dem Matjes so unverbrüchlich wie mit der Nord- und Ostsee verbunden. Da sollte man doch wohl vom Matjesland Nr. 1 auch denken, dass der hier von vielen so geschätzte Matjes auch in unserem Land hergestellt wird. Sozusagen: Aus der Region – für die Region. Gilt der edle Fisch doch als regionale Spezialität. Aber von wegen. Der in Deutschland angebotene und verspeiste Matjes kommt zu 99 Prozent aus holländischer Produktion.

Nun, die Holländer haben auch so ihre Matjestradition, essen zumindest an der Küste gern mal einen Matjes als kleinen Snack so nebenbei im Stehen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber sollte eine regionale Spezialität nicht auch aus der Region kommen? Zumal, wenn sich nur bei uns eine mannigfaltige Matjeskultur entwickelt hat, das Matjesessen regelrecht zelebriert wird. Haben wir schnöde kapituliert vor der Übermacht aus dem Käse- und Tulpenreich und eine unserer traditionsreichsten Speisen, den Matjes, ohne sonderliche Gegenwehr aus der Hand gegeben. Haben wir? Mitnichten, denn einer ist da, der der Übermacht des Holland-Matjes mit ganzem Herzen Widerstand leistet: Henning Plotz aus Glückstadt. Er hat sich in den 90er Jahren aufgemacht, die qualitativ hochwertige Herstellung des deutschen Matjes zu retten, als diese bereits am Ende zu sein schien. Er setzte sich mit einem alten Fischer zusammen, der ihm das altüberlieferte Rezept für die schonende und naturbelassene Verarbeitung des Herings zum Matjes gab.

Dann begann Henning Plotz nach diesem Rezept wieder auf die ursprüngliche und natürliche Weise Matjes zu produzieren und in den Handel zu bringen, der bis dahin fast ausschließlich allein von den Holländern beliefert wurde. Dem Matjes-Meister aus Glückstadt ist es zu verdanken, dass wir nun wieder Matjes aus deutscher Produktion genießen können. Das Schöne daran: Diese norddeutsche Spezialität aus Glückstadt bietet dabei ein Höchstmaß an Geschmack sowie Genuss und ist dabei auch noch der Gesundheit besonders förderlich. Ob traditionell mild gesalzen, mediterran mariniert mit Chili und Basilikum, ob süß-sauer mit Gartenkräutern, mit Knoblauch oder Rauchmarinade verfeinert, ob Rotwein- oder Kräuterfilets oder Winter-Matjes mit Zimt und Sandelholz – bei allen Varianten gibt es eine große Gemeinsamkeit:

Alle sind sie echt lecker! Dank Glückstädter Matjes haben wir wieder die Wahl, mit welchem Matjes wir unserer Matjesleidenschaft nachgehen wollen. Meine Wahl fällt mir nicht schwer. Mein Grundsatz: Aus der Region – für die Region. Wie wählen Sie, liebe Matjesfreunde?